Review

Josef 'Jupp' Schugt jupp at gmx.de
Sa Okt 20 20:31:50 CEST 2007


* Jonas Stein, 2007-10-20, 18:26:

> Dabei fiehl auf, dass der PC-Pool nicht Behindertenfreundlich ist. 
> Treppen und schwere Tueren sind nicht Rollstuhlfahrergeeignet.

Also dazu möchte ich einmal eine Anmerkung machen: Auch viele der
"Rollstuhlrampen" sind nicht für übliche Rollstühle geeignet. Oft sind die
Steigungen viel zu groß, als dass ein Rollstuhlfahrer sie mit einem normalen
Rollstuhl ohne Hilfe bewältigen könnte. Ich schreibe deshalb "normaler"
Rollstuhl, weil es Rollstühle gibt, für die selbst Treppen kein Hindernis sind:

http://en.wikipedia.org/wiki/IBOT

Leider sind diese Geräte nicht billig (ich schätze mal, hier in Europa kämen
sie auf 20000 EUR) und auch nicht für jeden geeignet, der auf einen Rollstuhl
angewiesen ist.

Es ist durchaus ein Problem, dass Treppen allgegenwärtig sind. In Japan ist das
Problem aus Gründen der Geographie noch wesentlich größer; gleichzeitig altert
die japanische Gesellschaft zusehends. Es ist daher keine technische Spielerei,
dass in Japan Hilfsmittel wie das hier vorgestellte entwickelt werden:

http://www.cyberpunkreview.com/news-as-cyberpunk/life-imitating-art-the-latest-in-japanese-cyborgs/

> Zur Muttersprache: Ich war ueberascht, als ich den Desktop und die 
> Fehlermeldungen in der mir fremden Sprache sah. Die Kommunikation 
> funktionierte mit einer Mischung aus Deutsch und Englisch aber trotzdem.

Wenn bestimmte Sprachen häufig sind könnte man bei zukünftigen Installpartys
nach Helfern suchen, die bei der Kommunikation helfen können (die brauchen ja
keine überragenden Linux-Kenntnisse zu haben). Natürlich funktioniert die
Kommunikation mit Deutsch und Englisch irgendwie, aber der damit verbundene
zusätzliche Zeitaufwand dürfte nicht unerheblich gewesen sein. Zeit, die man
sicher ansonsten hätte anderweitig nutzen können (wenn alles klappt fällt einem
ja immer noch etwas ein, das man noch nutzen möchte).

Normalerweise sollte es aber möglich sein, die Spracheinstellung temporär zu
ändern, und nachzuschauen, was dort auf Englisch steht. Die Übersetzungen sind
mitunter selbst bei Microsoft mitunter abenteuerlich (obwohl diese Firma schon
ziemlich präzise Vorgaben macht, wie Begriffe zu übersetzen sind). Ich finde
selbst deutsche Meldungen mehr als nervig. Bei mir sind zwar Unterstützungen
für alle möglichen und unmöglichen Sprachen installiert, doch bestimmte Locales
habe ich explizit auf en_US eingestellt, weil ich bei diesen nicht einmal de_DE
haben möchte (dazu gehört auch die Spracheinstellung für Systemmeldungen).

> Ich fand interessant zu sehen, wie unterschiedlich manche Distributionen 
> mittlerweile sind und dass ich bei einigen mir fremden Distributionen absolut 
> nicht helfen konnte, obwohl ich seit ueber 10 Jahren Linux benutze.

Die Unterschiede sind wirklich nicht zu unterschätzen. Ich kenne das Problem
besonders gut, weil ich Fedora nutze und damit bei der Bonner Lug ein echter
Exot bin. Bei vielem von dem, was ich bei Fedora im Schlaf beherrsche, stehe
ich bei anderen Distributionen wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berge. Da wäre
sicher, im Vorfeld der nächsten Veranstaltung zu klären, wer sich mit welchen
Distributionen auskennt (damit man weiß, wen man gegebenenfalls fragen kann).

> Die Tombola am Ende war natuerlich ein Renner, fast alle Gaeste waren bis zum 
> Schluss geblieben. Der Moderator haette vorher ein paar Dankesworte etc. 
> verlieren sollen (mea culpa).

Nur ganz am Rande: Ein mea culpa ist an dieser Stelle nun unangebracht, es
bezieht sich auf das christliche Schuldbekenntnis und in diesem Fall hast du
aus christlicher Sicht keine Schuld auf dich genommen, wie du im Evangelium
nach Matthäus nachlesen kannst:
http://www.bibel-online.net/buch/40.matthaeus/6.html (Verse 1-4).

Ganz im Gegenteil, du hast vorbildlich gehandelt. Leider scheint das selbst
viele Priester nicht zu interessieren, die nichts daran finden, nach kirchlichen
Veranstaltungen ein ganzes Psalter Danksagungen herunterzubeten - mit
namentlicher Nennung aller, die geholfen haben. Einmal ganz davon abgesehen,
dass solche Danksagungen gewöhnlich nur langweilen.

Josef 'Jupp' Schugt
-- 
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