Reply-To: Liste (was: Re: dsl mit netcologne)

Josef 'Jupp' SCHUGT jupp at gmx.de
Fr Nov 14 15:31:16 CET 2003


Hi!

* Rolf Kutz; 2003-11-14, 13:10 UTC:
> * Quoting A. Pagaltzis (pagaltzis at gmx.de):
> 
> > Ausser der Möglichkeit, es Benutzern mit verkümmerten Mailclients
> > einfacher zu machen auf die Liste zu posten spricht ja nichts
> > dafür..
> 
> Welcher Mailclient kann denn kein Groupreply?

Da du ernsthaft anzweifelst, dass es MUAs geben könnte, die die von
dir als 'Groupreply' bezeichnete Funktion bieten, gehe ich davon aus,
dass du zwei Funktionen miteinander verwechselst.

Richtig ist, dass alle verbreiteten MUAs die Funktion 'Antwort an
alle' bieten. Diese Funktion besteht darin, eine Antwort an die für
die Rückantwort vorgesehene Adresse (From: oder Reply-To:) und alle
sichtbaren Empfänger der Mail (To: und Cc:, Bcc: naturgemäß nicht) zu
schicken.

Falsch ist, dass die Funktion 'Antwort an die Mailingliste' weit
verbreitet ist. Viele (bei Wichtung mit dem Verbreitungsgrad: die
meisten) MUAs sind nicht in der Lage, eine Antwort gezielt an eine
Mailingliste zu schicken.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Funktionen besteht darin, dass
bei einer 'Antwort an alle' immer auch eine Mail an die
Rückantwortadresse geschickt wird, während das Versenden dieser bei
einer 'Antwort an die Mailingliste' unterbleibt.

Mit einer vernünftigen Mailinglistensoftware wäre das überhaupt kein
Problem, da sie naturgemäß ein Verzeichnis aller Listenmitglieder
führt und daher überprüfen könnte, ob sich eine der Empfängeradressen
in dieser Liste befindet und dann an diese Adresse *keine* Mail zu
versenden. Unglücklicherweise gibt es meines Wissens keine einzige
Mailinglistensoftware, die diese Funktion aufweist.

Die gängigen Lösungen sind sämtlich Flickschusterei. Entweder
verfälscht die Mailingliste den Absender oder sie setzt zwangsweise
eine Antwortadresse. Beides hat *gravierende* Nachteile.

Das Setzen des 'Reply-To:'-Feldes kann es unmöglich machen, dem
ursprünglichen Absender einer Mail eine Antwort zukommen zu lassen.
Der eigentliche Zweck des 'Reply-To:' besteht darin, dann eine von
der Absenderadresse abweichende Antwortadresse anzugeben, wenn die
Absenderadresse nicht erreichbar ist. Es kann durchaus vorkommen,
dass ich zwar unter meiner GXM-Adresse eine Mail schicke, aber
aufgrund von Problemen meinen Webmail-Account in Südafrika als
Antwortadresse angebe, weil GMX herumzickt.

Das Setzen des 'Sender:'-Felds ist deutlich unproblematischer. Leider
wird dieses Feld von kaum einem Mailprogramm angezeigt. Die einzige
mir bekannte Ausnahme, bei der es angezeigt wird: Outlook. Dort wird
aus

: Sender: vice-president at whitehouse.gov
: From:   president at whitehouse.gov

vice-president at whitehouse.gov on behalf of president at whitehouse.gov

So weit ich den entsprechenden RFC verstehe, entspricht das dem
Wortlaut der Beschreibung von 'From:'  und 'Sender:' - man kann
allerdings geteilter Meinung sein, ob es auch seiner Intention
entspricht. So weit ich mich erinnere baut Outlook dann aber auch
gleich wieder Bockmist und will die Antwort an den 'Sender:'
schicken, obwohl *das* kaum mit dem RFC in Einklang zu bringen ist.

Josef 'Jupp' Schugt
-- 
                        .-------.
message > 100 kB?   /   |       |
sender = spammer?  /    | R.I.P.|
text   = spam?    /  ___|       |___




Mehr Informationen über die Mailingliste Linux-Users