ScribuS

Guy K. Kloss guy.kloss at dlr.de
Do Aug 1 11:28:44 CEST 2002


Josef 'Jupp' Schugt wrote:

> >> beinhaltet sogar Color-Management-Features wie
> >> professionelle Software ala Quark, InDesign, etc.
>
> Was heißt eigentlich "Color Management"?

Stelle Dir vor, Du bastelst an einem Dokument am Computer rum, mit
Graphiken, Bildern, etc. bis es Dir gefällt. Dann druckst Du es auf
Deinem niedlichen HP Tintenstrahldrucker aus, und Peng, das Ding sieht
fast (aber nicht ganz) anders aus, als Du es Dir schön am Monitor
ausgemalt hast.

Um solche Effekte in den Griff zu bekommen verwendet man
Color-Management. Das Problem ist nämlich, daß die Bilddaten zumeist in
geräteabhängigen Farbräumen verwaltet werden.

Im beschriebenen Fall also im RGB-Farbraum (Rot-Grün-Blau) DEINES
Monitors. Und die Bildwiedergabe ist auch von indirekter Beleuchtung,
Blickwinkel, alter des Monis, Temperatur des Monis, Modell, etc.
abhängig. Wie will man also festlegen, wie das Dingen aussehen soll?
Dazu verwendet man geräteunabhängige Farbräume wie den CIE-LAB, CIE-LCH,
o. ä. im Zusammenspiel mit einem sogenannten Farbprofil (ICC-Profil),
welches die Transformation der Abbildungseigenschaften DEINES Monitors
zum Geräteunabhängigen Farbmodell beschreibt.

Das Problem wird nochmals komplexer, wenn Du ausdrucken willst. DEIN
Tintenstrahldrucker hat nämlich vielleicht ganz andere Farben oder
Pigmente als andere. Außerdem druckt der im CMYK-Modus (im Gegensatz zu
RGB, CMYK = Cyan-Magenta-Yellow-blacK). Auch dafür gibt es dann
ICC-Geräteprofile für die Ausgabe.

Um das ganze komplett zu machen verwaltet man ALLE Geräte (auch die
Eingabegeräte) über ICC-Profile. Also auch Scanner, Digi-Cams,
Farblaserdrucker, Tintenstrahlplotter, Druckmaschinen, Plattenbelichter,
... eben alles! Das ganze Zusammenspiel für sogenanntes
"farbverbindliches Arbeiten" nennt sich dann Color-Management. Für die
Druckindustrie und beim professionellen Arbeiten heutzutage unerläßlich.

Soweit zum kurzen Ausflug in die Farblehre,

Guy

-- 
Guy K. Kloss
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